13.02.2026

„Gibt es keine Sage über Schopfloch und keine über Oberiflingen? Dann schreiben wir eben selbst eine!“

Mit dieser Idee starteten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6c des Gymnasiums Dornstetten ein ganz besonderes Schreibprojekt. In den vergangenen Wochen tauchten sie im Deutschunterricht in die Welt der Sagen ein: Sie erfuhren von der Entstehung der Stadt Klagenfurt, begleiteten Odysseus auf seiner abenteuerlichen Irrfahrt und hörten nicht zuletzt von der geheimnisvollen Burg in Hallwangen. Dabei stellte sich schnell eine Frage: Gibt es eigentlich auch Sagen über die eigenen Heimatorte? Doch trotz intensiver Suche ließ sich nichts finden. Also nahm die Klasse die Sache selbst in die Hand.

Lokale Sagen - geschrieben von der 6c
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Lokale Sagen - geschrieben von der 6c

Lesen Sie im Folgenden, …

… warum in Hörschweiler eine Windharfe steht.

… wie es kommt, dass Ober- und Unteriflingen getrennt sind und letzteres unterhalb liegt.

… warum es in einer Scheune in Bittelbronn einen zweiten Heuboden gibt.

… warum Katzen in Dettlingen länger leben als woanders.

… warum in Tumlingen so viele Füchse umherschleichen.

… wie Schopfloch zu seinem Namen kam.

… warum am Schopflocher Bahnhof eine Toilette liegt

 

Violas Harfe

Als zu Götterzeiten in Hörschweiler noch die Götter herrschten, lebte ein schönes Mädchen namens Viola. Sie war die Tochter der Göttin Athene. Sie hatte eine wundervolle Stimme und viele der Götter liebten sie. Doch sie liebte nur den Windgott Aiolos. Als dieser in den Krieg ziehen musste, ging die Nachricht herum, dass der Gott Aiolos gestorben war. Darum trauerte Viola um ihren geliebten Aiolos und brachte sich deshalb selbst um. Aiolos war allerdings nur ein Kriegsgefangener, was jedoch niemand wusste, und als er zurückkehrte und von dem Tod Violas erfuhr, baute er als Andenken an sie eine Windharfe, die genauso schön sang wie sie. Und wenn man in Hörschweiler spazieren geht, kann man noch heute die Lieder Violas hören.

 

Der Abrutsch von Iflingen
In Iflingen, zur Zeit des Ritters Gerhart und des Ritters Johannes, zog eine schöne Frau nach Iflingen. Beide Ritter verliebten sich in diese Frau namens Sybile, sie fingen an, sich um sie zu streiten. Ritter Johannes zahlte dem Ritter eine große Summe Geld und bekam die Frau. Sybile jedoch wollte zu Ritter Gerhart. Sie starb deswegen Kummer. Jede Träne von ihr fiel in den Osten von Iflingen und wurde zu Gold, die aber in den Westen fielen, blieben Wasser. Sie weinte so viel, dass die Erde ganz aufgeweicht wurde und es einen Erdrutsch gab. Das Dorf teilte sich und der Teil, der oben war, nannte sich Oberiflingen und der untere Unteriflingen.

 

Der zweite Heuboden.

In der Nachkriegszeit in Bittelbronn lebte ein Bauer, der die Zauberkunst beherrschte. Jeden Tag ging er in die Scheune, um an seinen Zaubergeräten zu zaubern. Es war alles gut, bis an den Tag, an dem die Armee kam und seine Scheune als Quartier haben wollte. Er verneinte und fragte seinen Freund, den Hellseher, um Rat. Dieser sagte voraus, dass die Armee seine Scheune räumen würde. Er packte dann am nächsten Tag die Zaubergeräte und stellte sie verhüllt auf den geheimen zweiten Heuboden und zerstörte diesen so, dass man nicht mehr hinaufkonnte.

Deshalb liegen die Geräte verhüllt auf dem zerstörten zweiten Heuboden.

 

Sieben Leben?

Im Mittelalter wurde erzählt, dass Katzen sieben Leben hatten. In Dettlingen wurde im Zweiten Weltkrieg der große und wunderschöne Kirchenturm bombardiert, wodurch der Turm zerfiel, doch dann wurde er wieder aufgebaut. Ein Tag nachdem er fertig geworden war, stieg eine Katze auf die Spitze des Turmes und sprang hinunter. Eine Menge der Leute sah das, und vor allem auch, dass die Katze auf vier Beinen landete. Dies geschah öfters, wodurch die Leute dachten, dass es immer dieselbe Katze wäre. Dadurch kam das Gerücht auf, dass diese Katze siebenmal hinuntergesprungen sei und es siebenmal überlebte.

Seitdem springen in Dettlingen öfters Katzen von hohen Gegenständen und überleben und so steht es fest, dass der Dettlinger Kirchturm Katzen ein langes Leben verleiht.

 

Die Tumlinger Füchse

Im Mittelalter bettelten oft Bettler um warme Kleider. So war es auch in Tumlingen der Fall.

In einer dunklen, kalten Winternacht saß ein obdachloser Mann am Straßenrand. Die Straßen waren leer bis auf eine Person. Sie lief gerade auf den Bettler zu, der Bettler wollte in dem Moment nach Kleidung fragen, als die Person einen Fuchspelz vor seine Füße warf. Der Bettler wollte sich bedanken, da war die Gestalt schon verschwunden. Der Obdachlose dachte sich nichts dabei und kuschelte sich dabei in den gemütlichen Fuchspelz.

Am nächsten Morgen fand er sich als Fuchs wieder. Er erschrak fürchterlich und quiekte auf. In dem Moment kamen die Dorfbewohner angelaufen und verjagten den armen Fuchs. Als er erschöpft im Wald ankam, kamen aus allen Ecken Füchse geschlichen. Sie nahmen ihn freundlich auf und er erzählte ihnen seine Geschichte. Die Füchse beschlossen, sich an den Tumlingern zu rächen.

Darum schleichen sie jede Nacht um die Häuser um den Menschen Angst einzujagen.

 

 

Wie Schopfloch zu seinem Namen kam

In einem mittelalterlichen Dorf vor langer Zei, lebte eine Prinzessin namens Uschi, die vor ihrem Vater, dem König, missbraucht wurde. Sie hatte es satt und floh vor ihm, denn ihre Mutter war vor ein paar Jahren gestorben. Sie rannte schon lange und plötzlich öffnete sich vor ihr auf magische Weise ein Loch, sie fiel hinein und verlor den Ring, der ihre Mutter ihr geschenkt hatte, doch das bemerkte sie noch nicht. In diesem Loch befand sich ein langer Tunnel, durch den sie ging. Als sie das Ende erblickte, sah sie zu einem Berg hinauf. Der Vater jedoch bemerkte, dass seine Tochter fehlte und schickte eine Suchtruppe, um sie zu finden. Die Truppe fand den Ring, den die Prinzessin verloren hatte, und gingen wieder zum König zurück. Als er hörte, dass sie nur den Ring von Uschi gefunden hatte, war er entsetzt und am Boden zerstört, da er dachte, dass sie tot war.

Währenddessen wusste Uschi, dass sie nun einen Platz zum Schlafen brauchte. So baute sie einen Schopf. Der Schopf war nicht perfekt, aber sie wusste, dass sie nun hier leben müsse. Der Vater jedoch gab die Suche bald auf, weil er glaubte, seine Tochter für immer verloren zu haben. Uschi blieb währenddessen an dem Berg. Aus Ästen, Moos und Zweigen baute sie sich einen kleinen Schopf, also eine einfache Hütte. Jeden Tag machte sie ihn ein bisschen stabiler. Bald kamen auch andere Reisende und Hirten vorbei. Sie fragten sie, ob sie bleiben dürften.

Nach und nach entstanden neben Uschis Schopf weitere kleine Hütten. Die Leute sagten: „Wir wohnen bei dem Schopf am Loch.“ Mit der Zeit wurde daraus ein Name. Bis heute erzählt man sich, dass dort alles mit einer mutigen Prinzessin begann, die sich ein neues, freies Leben aufbaute.

 

Die Toilette am Schopflocher Bahnhof

Am Schopflocher Bahnhof liegt eine mysteriöse Toilette auf der Wiese neben dem Bahnhofshaus, aber niemand weiß, warum. Deswegen sind Forscher mit einer Zeitmaschine in die Vergangenheit gereist, um herauszufinden, warum die Toilette da lieg. Dabei haben sie herausgefunden, dass vor 2600 Jahren Aliens auf die Erde kamen und den Bahnhof attackierten, um die Leute dort für außerirdische Experimente zu entführen. Aus Versehen nahmen sie auf ihrer Mission die Toilette mit und ließen sie dann auf der Wiese wieder fallen. Die Toilette überlebte den Sturz und liegt dort jetzt für immer.