12.06.2026

(Fast) alle unterwegs – AUV-Woche am Gymnasium Dornstetten

Wo sind denn alle hin? Ungewöhnlich leer und ruhig war es in der Woche vor den Pfingstferien am GyDo – den Fünft- Sechst- und Siebtklässlern gefiel es, hatten sie doch Mensa, Aufenthaltsräume und Schulhof ganz für sich! Ihre älteren Schulkameraden waren in verschiedenen „Missionen“ unterwegs – manche ganz nah und manche in ganz Europa verstreut…

AUV-Woche am Gymnasium Dornstetten
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AUV-Woche am Gymnasium Dornstetten

Im Sinne der gymnasialen Berufsorientierung schnupperten die Acht- und Zehntklässler in verschiedene Berufe. Die Schülerinnen und Schüler der achten Klasse leisteten ein Sozial- bzw. Umweltpraktikum ab, halfen dabei z.B. bei der Betreuung von Kindergartenkindern, behinderten oder älteren Mitbürgern oder unterstützten die Förster vor Ort. Der soziale bzw. ökologische Bezug der Praktikumsstelle stand dabei im Vordergrund. Die besuchten Unternehmen für das BOGY in Klasse 10 konnten dagegen ganz frei gewählt werden, denn bei dem einwöchigen Pflichtpraktikum geht es um praxisnahe Einblicke in die Arbeitswelt verschiedener Berufsfelder als Orientierung bei der Wahl des eigenen beruflichen Werdegangs.

Die Klassenstufen 9, J1 und J2 erweiterten ihren Horizont auf andere Art und Weise: Die Lateinschülerinnen und -schüler der 9. Klassen hatten sich schon seit Klasse 6 auf das Highlight ihres Faches gefreut: die Romfahrt. Eine solch überwältigende Stadt in nur vier Tagen zu „erobern“ ist eine Herausforderung, doch auf die Besucher warteten viele Highlights: Eine Papstaudienz und der Aufstieg auf die Engelsburg sowie Besuche im Museum Leonardo da Vinci und den Vatikanischen Museen füllten den ersten Tag. Der Petersdom, der Markt Campo Fiori sowie Einblicke ins antike Rom im Forum Romanum und Kolosseum standen am zweiten Tag auf dem Programm. Auch die 150-Sorten-Eisdiele Deall Palma und der Trevi-Brunnen durften natürlich nicht fehlen… Durch Roms Straßen schlendern, in die Katakomben abtauchen und die Via Appia Aniqua mit dem Rad abfahren – vollbepackt mit den verschiedensten Eindrücken kehrten die „discipuli bzw. discipulae linguae Latinae“ ins kleine Dornstetten zurück.

Bei den anderen Neuntklässlerinnen und Neuntklässlern stand dagegen der lang ersehnte Besuch bei ihren niederländischen Austauschpartnern in Utrecht an. Ein spannendes Programm war zusammengestellt worden: Beim Fahrradfahren und mit Hilfe einer Stadtrallye wurde die „grüne Stadt“ erkundet und natürlich stand auch Unterricht am St. Bonifatiuscollege auf dem Plan. Anhand eines Gedenkstättenbesuchs wurden die schwierige gemeinsame Vergangenheit, aber auch gemeinsame europäische Werte bewusst gemacht und reflektiert. In diesem Zusammenhang stand auch die Fahrt nach Amsterdam mit Besuch der Gedenkstätte Anne Frank Huis. Außerdem beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit in Bezug auf die Natur, z.B. die Verträglichkeit einer Großstadt mit der Natur und Nutzen der Natur zur nachhaltigen Energiegewinnung. Besonderer Fokus wurde dabei immer auf Vergleichsaspekte gelegt: Wie ist das bei uns im Schwarzwald? Dass „nebenher“ die Sprachkompetenz in Englisch wie von selbst verbessert wurde, versteht sich von selbst…

Budapest oder Ötztal – vor dieser Qual der Wahl war die Jahrgangsstufe 1 gestanden, die auf Studienfahrt gehen durfte. Wem nach Wassersport, Höhenmetern und Action in der Natur war, der wählte die Fahrt ins Ötztal. Dort erwarteten die Schülerinnen und Schüler verschiedene sportliche Herausforderungen inmitten der beeindruckenden Tiroler Bergwelt. Beim Rafting und Canyoning waren Teamgeist, Mut und Ausdauer gefragt, während Wanderungen zum Faltegartenkögele mit seinem spektakulären 360°-Panoramablick sowie zum idyllisch gelegenen Piburger See die landschaftlichen Reize der Region erlebbar machten. Für zusätzlichen Nervenkitzel sorgte ein Besuch der Area 47, wo Wasserrutschen, Sprungplattformen und ein Hochseilgarten für jede Menge Adrenalinschübe und unvergessliche Erlebnisse sorgten. So verband die Studienfahrt sportliche Herausforderungen mit Naturerfahrungen. Budapest dagegen lockte mit einer spannenden Mischung aus Geschichte, Kultur und Großstadtflair. Bei einem Altstadtrundgang erkundeten die Schülerinnen und Schüler die ungarische Hauptstadt und lernten deren bewegte Vergangenheit und beeindruckende Architektur kennen. Tiefere Einblicke in die Geschichte des Landes vermittelten der Besuch der jüdischen Synagoge mit dem angeschlossenen Gedenkpark sowie des Museums „Haus des Terrors“, das sich mit den Diktaturen des 20. Jahrhunderts auseinandersetzt. Ein weiterer Höhepunkt war die Besichtigung des imposanten ungarischen Parlamentsgebäudes, eines der Wahrzeichen der Stadt. Bei einer Panoramaschifffahrt auf der Donau boten sich noch einmal eindrucksvolle Ausblicke auf die Sehenswürdigkeiten entlang des Flusses.

Die Abiturientinnen und Abiturienten schließlich fuhren als große Gruppe gemeinsam in die Hauptstadt Berlin. Das Programm war dabei so vielfältig wie die Hauptstadt selbst: Mit einer Foto-Rallye sammelten die Schülerinnen und Schüler erste Eindrücke der Stadt von East Side Gallery bis Brandenburger Tor. Ein Besuch der Gedenkstätte KZ Sachsenhausen, des Holocaust-Mahnmals, des Checkpoint Charlie und des ehemaligen Stasi-Gefängnisses Hohenschönhausens knüpfte an das geschichtliche Vorwissen an und ermöglichte eindrucksvolle Einblicke in die deutsche Vergangenheit. Dabei boten viele Programmpunkte Anlass, sich intensiv mit Fragen von Demokratie, Freiheit und gesellschaftlicher Verantwortung auseinanderzusetzen. Weitere Programmpunkte waren beispielsweise ein Besuch des Olympiastadions, ein Clubabend und ein Besuch des Bundestags, bei dem der Abgeordnete Klaus Mack die Arbeit eines Parlamentariers vorstellte und mit den Schülerinnen und Schülern in die Diskussion ging. Neben den fachlichen und kulturellen Erfahrungen kam auch das gemeinsame Erleben als Jahrgang nicht zu kurz, sodass die Studienfahrt die Schulgemeinschaft noch einmal stärken konnte. Im Sinne des allgemeinbildenden Gymnasiums war die Fahrt nach Berlin für die Schülerinnen und Schüler ein würdiger Abschluss ihrer Zeit am GyDo und ein gelungener Übergang in den nächsten Lebensabschnitt (sobald dann das mündliche Abitur geschafft ist…).

Die Woche der außerunterrichtlichen Veranstaltungen ist vor allem für die betreuenden und begleitenden Lehrkräfte keine unanstrengende Zeit. Doch wenn man dann Schülerinnen und Schüler begeistert von ihren Erlebnissen verschiedenster Art berichten hört, weiß man, dass hinter der „AUV-Woche“ wertvolle Erfahrungen stehen, die jede Schülerin und jeden Schüler auf die ein oder andere Art prägen werden.