Fruchtkasten

Nutzungszweck 1530 aufgrund der Kastenordnung: Vorratsraum für Saatfrucht, die zur Saat entliehen und nach der Ernte mit Zins und Schwund zurückgegeben werden mußte.

Stadtführung

1625 von Heinrich Schickhardt erbaut. Der Fruchtkasten wurde bis 1852 genutzt und 1853 an drei Bürger verkauft. Rückkauf durch die Stadt Mitte der 50er Jahre. Renovierung und Neugestaltung im Rahmen des Denkmalschutzprogramms. Im Erdgeschoss befindet sich das Evang. Gemeindezentrum, in den anderen Stockwerken Räume des Heimatmuseums.

Zur Geschichte des Fruchtkastens

Bereits um das Jahr 1100 war Dornstetten der Sitz eines Zinsvogtes. Der "Fruchtkasten" war in erster Linie Kornspeicher. Damit konnte die Bevölkerung in Notzeiten mit Getreide versorgt werden. Die Bürger konnten gegen Zins Saatgut und Brotgetreide leihen.

Die "Zehntscheuer" diente zur Aufbewahrung der "Naturalsteuer". Jeder Untertan mußte den zehnten Teil seiner landwirtschaftlichen Erzeugnisse an seinen Grundherrn abführen. Die Zehntvögte beaufsichtigten diese Abgabe. Die Bauern trugen also alleine das Risiko und mußten außer dem "Zehnten" auch noch für das Saatgut zahlen, während die Grundherren risikolos kassierten. Dies führte im Jahre 1525 zum Ausbruch des Bauernkrieges und 1848 zu Bauernaufständen in Süddeutschland. Im Königreich Württemberg wurde die Zehntpflicht 1851 aufgehoben. Die Zehntscheuern verloren ihre Bedeutung und wurden dann privatisiert.

Der ursprüngliche Fruchtkasten in Dornstetten wurde beim großen Stadtbrand 1676 vollständig zerstört. Wegen Lohnstreitigkeiten und Arbeitskräftemangel (beim großen Brand in Dornstetten wurden 166 Gebäude zerstört) verzögerte sich die Fertigstellung des neuen Fruchtkastens bis zum Jahr 1680. In den folgenden Jahren wurden mehrere Ausbesserungen und Reparaturen vorgenommen. 1866 wurde der Fruchtkasten und die Zehntscheuer an Dornstetter Bürger verkauft. Die Gemeinde Dornstetten erwarb erst im Jahre 1985 das Gebäude und nach umfangreichen Renovierungsarbeiten befindet sich heute der Gemeindesaal der evangelischen Kirche und ein Teil des Dornstetter Museums im Fruchtkasten. In der ehemaligen Zehntscheuer befinden sich ebenfalls Museumsräume sowie die Stadtbücherei. Beide Gebäude sind durch einen neugeschaffenen Verbindungsgang verbunden.

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